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02.02.17

Opal Cardigan | Mein Weg zur selbst genähten Garderobe


Schnee, Eis und Kälte herrschen nicht nur in Dresden sondern auch im restlichen Deutschland vor. Also kuscheln wir uns einfach alle in gemütliche Outfits und verziehen uns nach drinnen :) Die passenden Schnittmuster für kuschelige Outfits ziehen heute mit der BE COZY Kollektion zum Glück in den Nähconnection-Shop.
Die BE COZY Kollektion enthält gleich vier großartige Schnittmuster mit Suchtfaktor: den Opal Cardigan, den JASPER Sweater (- Kleid) und die beiden Toaster Sweater #1 und #2. Bis Donnerstag, den 9. Februar erhalter ihr alle vier Schnitte im Paket um 40% reduziert.
Ich zeige euch heute meinen Opal Cardigan. Opal ist ein Mantel/Cardigan Schnittmuster aus dem Hause Paprika Patterns. Das Ebook bietet 3 verschiedene Längen (Hüfte, Oberschenkel, Knie), zwei verschiedene Taschenformen sowie zwei unterschiedliche Fronten. Genäht werden kann Opal aus allem, was man allgemein mit "kuschelig" beschreiben würden - also vor allem aus (Grob-)Strickwaren, (Woll-)Walk, Sweat... Ich habe mich für letzteres entschieden. Ein bisschen mangels Alternativen, denn ich habe einfach keinen Grobstrick gefunden, der mir von der Qualität zugesagt hätte.

Da angesichts der Wetterbedingungen die Bildausbeute eher gering ausfällt, habe ich mir überlegt den heutigen Blogpost einmal gänzlich anders aufzuziehen. Im Folgenden möchte ich euch meine sechs Tipps/Geheimnisse verraten auf meinem Weg zur selbst genähten Garderobe.

#1 Bügeln, Bügeln, Bügeln

Das wollen sicherlich ganz viele von euch nicht hören. Und schon gar nicht als ersten Punkt. Zugegeben, auch ich habe mich lange Zeit gegen das Bügeln gewehrt. Allerdings störte mich bei ganz vielen meiner selbst genähten Teile, dass sie bei genauerem Hinsehen eben doch SELFMADE schrien. Eines Tages erkannte ich, dass es zu einem Großteil tatsächlich am (Nicht-)Bügeln lag. Seither bügele ich exessiv während des Nähens. Jede Naht! Und - ihr werdet es kaum glauben - sogar halbwegs mit Freude (soweit man eben mit Freude bügeln kann), denn ich sehe am Ende den deutlichen Unterschied.

#3 Geiz ist NICHT geil 

Ich kann verstehen, dass man als Nähanfänger noch nicht sein ganzes Vermögen in das neue Hobby buttern möchte. Ich habe anfangs auch günstige Stoffe vernäht. Aber mit der Zeit wachsen nicht nur die Fähigkeiten, sondern eben auch die eigenen Ansprüche. Wer ernsthaft das Ziel verfolgt, sich seine Garderobe nach und nach selbst zu nähen, sollte auf Qualität setzen. Das fängt beim Stoff selbst an und endet bei Kurzwaren wie Reißverschlüssen. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn ein Billig-Reißverschluss nach kürzester Zeit den Geist aufgibt. Mittlerweile habe ich zum Glück meine Stoff-Dealer des Vertrauens. Dazu zählt u.A. Cathrin vom Stoffbüro, wo ich beispielweise den Sweat für meinen Opal herhabe. Kuschelig weicher Bio-Stoff fühlt sich gleich doppelt gut an - nämlich auch im Hinblick aufs Gewissen ;) Und bei der Stoffmenge sollte man natürlich auch nicht geizen. Ich bestelle stets ein paar Dezimeter mehr, im Falle ungeplannter Ängerungen oder gar Pannen. Und die Reste kann ich immer gut fürs Kind verwerten! 

#2 Kleiderschrank-Check

Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, bevor Stoff und Schnitt zusammentreffen, einen kleinen Realitätscheck in meinem Kleiderschrank vozunehmen. Fragen, die ich mir dabei stelle, lauten: Womit könnte ich das Kleidungsstück in spe tragen/kombinieren? Passen die Farben/Muster zusammen...? Beim Opal war schnell klar, dass das grau-schwarze Wellenmuster sehr gut zu einigen schlichten weißen und blauen Oberteilen passen wird. Nicht ganz so offensichtlich war hingegen die Frage nach der Saumlänge. Bei der Stoffbestellung sah ich einen super langen Mantel vor mir. Der Mann bestärkte mich in dem Vorhaben und so schnitt ich entsprechend zu. Nach der ersten Anprobe war dann schnell klar, dass ich mir in so einem langen Mantel verkleidet vorkäme und so kürzte ich die Saumlänge drastisch zurück. Den Schwaben wird an der Stelle wohl das Herz bluten :P Aber mir fällt sicherlich noch eine Verwendung für den gut 30cm langen Reststreifen ein...
Auch über die richtige Ärmellänge habe ich lange gegrübelt. Ursprünglich schwebten mir 3/4-artige Kimono-Ärmel vor. Ein Blick in den Kleiderschrank verriet dann aber, dass ich Frostbeule über nicht genügend passende langärmlige Shirts verfüge. Also doch lange Ärmel!
Summa summarum, ein Realitätscheck hilft, die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Schrankleiche signifikant zu reduzieren :)


#3 Auftrennen tut nicht weh

Ich habe in der Vergangenheit Kleidungsstücke genäht, die ich vor allem aus einem Grund nicht trage: Weil sie unsauber genäht wurden. Ich finde, hier geht es nicht um übertriebenen Perfektionsmus (klassisches Frauenproblem), sondern darum sich ein langlebiges Kleidungsstück zu schaffen, welches am Ende auch häufig getragen wird. Hier muss nun jeder für sich im Einzelfall abwägen, ob Auftrennen not tut oder nicht. Und mit der richtigen Einstellung, Gelassenheit und Achtsamkeit tut es dann auch gar nicht weh :)

#4 Abändern geht immer noch

Eine Einsicht, die mir erst vor Kurzem kam. Abändern geht ja immer noch! In der schnelllebigen (Nähblogger) Welt fast schon ein revolutionärer Gedanke :D Aber aller Spaß mal bei Seite, denn da möchte ich definitiv hinkommen - zu einer Garderobe, die (zu) mir passt und durch Klasse statt Masse besticht. Selbiges gilt natürlich auf für den Blog und die ersten Gedanken reifen bereits dazu.

#5 Details

Und zu guter Letzt sind es natürlich die kleinen Details, die ein Kleidungsstück zu etwas Besonderem machen, das wir liebend gern Tag um Tag aufs Neue tragen. Für meinen Opal Cardigan habe ich zum Beispiel ein Filmzitat geplottet und auf die Innenseite gebügelt. Der Film "Into the Wild" hat mich sehr berührt, da ich in der Vergangenheit auch allein gereist und zur selben Erkenntnis gelangt bin (zum Glück ohne tragischen Ausgang).


  

#6 Sich Zeit nehmen

Ich werde oft gefragt, wie lange ich denn für dieses und jenes Teil gebraucht habe. Meine Antwort: Zeit. Zeit, in der ich mich glücklich einem meiner liebsten Hobbys gewidmet habe. Wie viele Teile in der Zeit entstanden sind, tut doch nichts zur Sache. Solange ich Spaß dabei hatte, war keine einzige Minute verschenkt. Erst recht nicht, wenn ich am Ende auch noch ein Kleidungsstück in meinen Händen halten kann, das ich mit Stolz und Freude in die Welt hinaus tragen werde.
Zeit hat auch ein weiteres Detail gekostet. Die schwarzen Fronttaschen habe ich zum ersten Mal mit der Coverlock festgenäht. Das war fummelig, aber hat sich in meinen Augen gelohnt!



Ich hoffe, dieser etwas andere Blogpost gefällt euch. Ich freue mich auf eure Kommentare und Meinungen :)
Alles Liebe,
Ivonne 


Stoff: Bio-Sweat "Waves" schwarz/grau - Stoffbüro (GOTS-zertifiziert)

Kommentare:

  1. Geniale Bilder und genialer Opal!
    Liebe Grüße
    Lee

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  2. Sehr, sehr schön! Dachte ich mir ja aber schon. Und der Schwabe ist gespannt was aus den abgeschnibbelten 30cm entstehen wird ;-)
    Liebe Grüße, Änni

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  3. Dein Opal gefällt mir total gut und ich finde auch die Bilder super!
    Deine Tipps kann ich genauso unterschreiben. Die hast du genau richtig zusammengefasst.
    Liebe Grüße,
    Catharina

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  4. Wunderschöne Bilder und sehr schöner Blogpost - ich unterschreibe eigentlich alle Punkte, vor allem den mit der Zeit, ich mag die Frage nach dem Wie lange so nicht, weils keine Rolle spielt, wenn ich am Schluss ein gutes Gefühl habe.
    Glg Kathrin

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  5. Wo bitte darf ich unterschreiben? Ein sehr genialer Post! Im wahren Leben meide ich das Bügeleisen, wo es nur geht! Beim Nähen ist es jedoch ständig an und beschert mir oft einen strengen Blick von meinem Mann ;-) Und bei der Bluse hab ich gefühlt mehr gebügelt als genäht ...

    Das Blitzen finde ich ein spannendes Thema! Ich wollte immer Mal einen Kurs dazu besuchen. Und ich frage mich, wie fokussiert man manuell im Dunkeln.... Na egal cool sind sie auf jeden Fall, die Bilder. LG

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  6. Tolle Bilder und schöne Worte! Vor allem das mit der Zeit. Ich bin immer wieder erstaunt wenn ich lese, wie wenig Zeit andere für dieses oder jenes gebraucht haben. Ich brauche immer deutlich länger für meine Nähprojekte. Das stört mich aber nicht wirklich, hauptsache ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.
    Dein Cardigan steht dir auf jeden Fall super und du hast hoffentlich lange Freude daran :-)
    Viele Grüße,
    Pia

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  7. Ich schliesse mich meinen Vorkommentatoren an. Ich schätze es immer sehr, wenn neben den schönen Bildern auch noch ein guter Text ist. Ich muss da für meinen Teil noch lernen, lernen, lernen. Und das Bügeln - ich kann selbst noch immer nicht glauben, dass ich mir zum Geburtstag ein kleines Reisebügeleisen gewünscht und bekommen habe. Nicht um damit zu verreisen, sondern um damit am Nähplatz kleinere Nähte bügeln zu können - getreu dem Motto "gut gebügelt ist halb genäht". Mit der Geduld bin ich noch am verhandeln. Aber zwischendurch mal etwas "schnelles" genäht oder geändert hilft.
    Viele Grüße,
    Julia

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  8. Liebe Ivonne,

    die Bilder im Schneegestöber sind toll! Und deine Worte finde ich auch ganz wunderbar! Ich habe mir für dieses Jahr v.a. immer einen "Kleiderschrank-Check" vorgenommen, damit das auch wirklich alles zu einander passt und ich mich damit auch tatsächlich wohlfühle und die Sachen trage. Da ich noch nicht so viele Kleidungsstücke genäht habe, ging es bisher ganz gut, aber ich möchte dann doch mit etwas mehr Plan an die Sache herangehen. :)

    Liebe Grüße
    Bine

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  9. Wunderbare Gedanken, die alle genau so unterschreiben kann. ich mag deinen Opal sehr und auch die ungewöhnlichen Verhältnisse passen perfekt zum Inhalt. freu mich auf weitere 'neue' Ideen von dir,
    lg Maarika

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  10. Liebe Ivonne, dein Post gefällt mir sehr gut! Und der dazugehörige Opal noch viel besser! Wirklich ein tolles Teil zum Kombinieren! Und den Kleiderschrank-Check sollte ich wirklich auch öfter einmal machen ;-) Danke für deine Tipps und deine Offenheit!
    Liebe Grüße
    Stephie

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